• Anja

Outdoor - Mikroabenteuer Hamburg: Der Hasselbrack - Wanderung auf der höchsten Erhebung der Stadt





Da dieses Jahr alles ein bisschen anders ist als sonst und ich meinen Sommer nicht auf den großen Festivals in und um Deutschland verbringen werde habe ich plötzlich viel Zeit zu Hause. Um an den Wochenenden trotzdem was zu erleben und dabei aktiv zu sein, ohne eine große Reise in Kauf nehmen zu müssen, finde ich das Thema Mikroabenteuer sehr spannend.

Mikroabenteuer sind Outdoor - Abenteuer, die jeder im Alltag und in seiner Umgebung erleben kann, meistens komplett kostenfrei und ohne wahnsinnig große Vorbereitung im Vorhinein treffen zu müssen.

Quasi einfach rein ins Abenteuer und raus aus dem Alltag. Den Kopf frei kriegen und mal was ganz Neues zu machen.


Letztes Wochenende ging es also zum Wandern zum Hasselbrack in die Harburger Berge. Der Hasselbrack ist mit 116,2m die höchste natürliche Erhebung Hamburgs und liegt an der Grenze zu Niedersachsen in den Schwarzen Bergen, einem Nordausläufer der Harburger Berge.

Die Tour ging von Altona aus los und startete erstmal mit dem Rad. Denn Ziel war es, mit dem Rad zum Hasselbrack zu fahren, um von dort aus eine 3 Stündige Wanderung zu beginnen. Geplant und geführt wurde das Ganze mit der kostenlosen App Komoot, welche quasi genau für solche Mikroabenteuer gemacht ist. Kommot schlägt dir verschiedene Touren in deiner Nähe vor, dabei kannst du erst einmal wählen, ob du wandern, Fahrrad,- Rennrad,- Mountainbike,- oder Joggingtouren machen möchtest und darüber hinaus kannst du die Dauer, sowie den Schwierigkeitsgrad bestimmen. Wenn du also eine Tour gefunden hast, die dir gefällt, kannst du diese speichern, teilen via SMS etc. und Freunde einladen.


Der Sonntagmorgen vor der Tour startete um 07:00 Uhr mit dem Klingeln des Weckers.

Rucksack packen, Getränke und Snacks mitnehmen und das Wetter checken. Ich empfehle vorher etwas zu frühstücken (obwohl ich derzeit 16:8 faste und mich nicht daran gehalten habe).

Eine mittelgroße Portion Porridge versorgt dich gut mit jede Menge wertvolles Magnesium, Eisen, Folsäure, Eiweiß und das Protein gibt dir Power für den Tag. Zudem sind Haferflocken voll mit Ballaststoffen, die dich lange satt machen - perfekt für so einen Trip in den Wald.

Um 09:00 Uhr war Abfahrt. Von Altona ging es mit dem Rad nach Ovelgönne um mit der 62er HVV Fähre nach Finkenwerder zu fahren. Das dauerte ca. 15min. In Finkenwerder angekommen ging es dann erst auf gut ausgebaute Radwege, später auf der Straße weiter. Im alten Land an Apfelbäumen entlang und nach und nach wurden die Straßen immer schlechter, irgendwann kamen uns Ziegen und Schafe entgegen und zack waren wir im Wald. Die letzten 600m hoch zum Hasselbrack haben wir die Räder geschoben. Rennräder sind jetzt nicht so die besten Räder für den Wald… Um 11:00 Uhr waren wir dann dort und hatten die ersten 19km mit dem Rad hinter uns. Hier haben wir dann die Räder abgestellt und unsere geführte Wanderung mit Kommod konnte beginnen.





Tatsächlich war ich ziemlich überrascht, wie viele Menschen dann doch sonntags so unterwegs waren. Wir trafen andere Wanderer, Mountainbiker*innen und Trail Runner*innen. Trotzdem war der Wald jetzt es nicht unangenehm voll. Man hatte seine Ruhe und was ich als Stadtkind immer fast ein bisschen befremdlich finde, jeder grüßt sich untereinander - nett und freundlich und vor allem gut drauf und ausgeglichen wirkten die Menschen auf mich.

Nach ca. 4,5km, gegen 12:00 Uhr haben wir dann die erste Pause gemacht. Schon leicht grumpy vor Hunger, habe ich mein Fasten mit einer Portion Porridge und 'Käsebrot' gebrochen. Sau lecker und das Gefühl auf einer Bank, mitten im Wald zu sitzen, um zu frühstücken - unbezahlbar.





Weiter ging es: Das Wetter war gut, die Anstiege gingen klar und die Route war abwechslungsreich und schön. Ich empfehle euch genug Wasser mitzunehmen. Ich für mich allein habe 0,75l am Fahrrad gehabt und 2l im Rucksack. Spätestens jede halbe Stunde sollte eine kleine Trinkpause eingelegt werden. Klingt spießig, aber du bist durchgängig in Bewegung und man kommt bei der ein, oder anderen Steigung doch ganz schön ins Schwitzen, zudem wirst du links und rechts und um dich herum so abgelenkt, dass man das gern mal vergisst. Vielleicht wäre hier ein Timer gar nicht schlecht, damit man ans Trinken regelmäßig erinnert wird.

Entdeckt haben wir verschiedene Früchte, aktive Ameisenhaufen und fleißige Hummeln. Ich fahre in der Natur und besonders im Wald immer ein bisschen runter. Die frische Luft , das Rauschen der Blätter und die Ruhe haben eine ganz besondere Wirkung auf mich.




Kurz vor Ende der Tour, nach 12,9km, so ca. 14:00 Uhr gab es Kaffee aus der Termoskanne, selbst gebackenen Kirschkuchen vom Vortag und die restlichen 'Käsebrote'.

Das letzte kurze Stück ging es gut gestärkt nochmal ein wenig bergauf und gegen 15 Uhr sind wir dann wieder bei unseren Fahrrädern angekommen und damit haben wir die Wanderung beendet. Zurück zu Fähre und dann nach Hause waren nochmal 19km.

Am späten Nachmittag zu Hause angekommen, haben wir uns zur Belohnung asiatisches Essen bestellt und konnten später schlafen wir ein Stein.


Was hatten wir dabei?


jeder hatte einen Rucksack dabei mit:

  • ausreichend zu Trinken, je nach Länge der Tour (hier: 9 - 17 Uhr - 2,75l Wasser + 250ml Kaffee)

  • genug zu Essen: Kohlenhydrate, Zucker und Nüsse eignen sich super

  • kleines Erste Hilfe Kid

  • Regenjacke

  • ich empfehle für den Fahrradpart immer mit dem wichtigsten Equipment ausgestattet zu sein (Ersatzschlauch, oder Flickmaterial, Miniluftpumpe etc.)

  • Handy, wenn ihr mit Navigation wandern geht

  • Feuchttücher, oder Desinfektionsmittel für vor, oder nach dem Picknick


Und was anziehen?


Man muss sich nicht gleich die krasseste Wanderausrüstung zulegen. Zieht euch je nach Witterung bequeme Kleidung an. Diese Wanderung hier war Anfang August und wir hatten um die 23 Grad. Egal wie warm es ist, achtet darauf, dass ihr lange Hosen anhabt, denn die Zecken lauern überall.


  • lange Laufhose

  • luftiges Top / atmungsaktive Jacke

  • Turnschuhe






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