• Anja

Nachhaltigkeit im Badezimmer



Wenn es ums Thema Nachhaltigkeit und Plastikfreiheit geht, kann es schon mal passieren, dass man nicht so ganz genau weiß, wie man am besten anfangen soll. Schaut man sich so in den eigenen 4 Wänden um, realisiert man schnell, das scheinbar alles was wir kaufen in irgendeiner Form in Plastik verpackt ist. Wichtig ist, cool bleiben und alles step by step anzugehen.

Deswegen zeige ich euch hier die allerersten Schritte, wie man anfangen kann umzudenken.


Heute starte ich deshalb erstmal mit dem Badezimmer:

Ich finde, dass das Umdenken hier am einfachsten und am 'schnellsten' umsetzbar ist.

Regal für Regal, Schublade für Schublade gehe ich alle Produkte durch und schaue, welche ich von denen tatsächlich noch benutze, welche Produkte abgelaufen sind und was ich doppelt besitze. Alles was abgelaufen ist, würde ich sofort aussortieren und wegwerfen. Alles was ich im Alltag nicht benutze, weil ich es selbst geschenkt bekommen habe, es ein Fehlkauf war, oder man gar nichts von der Existenz dieser wusste, würde ich weiter verschenken und alles was ich doppelt habe, aber täglich benötige kommt wieder zurück ins Regal. Wichtig ist, dass du genau weißt, was du hast und alles erst einmal aufbrauchst, bevor du mit dem Kauf von neuen Produkten anfängst.

Wenn es dann aber soweit ist und die ersten in Plastik verpackten Produkte leer sind, dann geht der Spaß los:


Feste Seifen statt Duschgel, Shampoo und Spülung


Wusstest du, dass du wenn du Duschgel und Shampoos kaufst, hauptsächlich für die Plastikflasche und das Wasser bezahlst? Im Prinzip sind die Gele verdünnte Seifen. Also warum Geld für Plastik und Wasser ausgeben, wenn du das eine vermeiden möchtest und das andere eh zu Hause hast? Das Gute dabei ist auch, dass die Seifen zusätzlich auch noch viel länger halten als Duschgels und Shampoos. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich hier im Punkt Haarshampoo nicht zu 100% perfekt bin, da ich für meine Haare ein aufhellendes Shampoo verwende, welches ich leider in noch keiner festen Seife gefunden habe. Für die Spülung wiederum benutze ich ein festes Stück.

Die Anwendung von Seifen ist ganz easy: Du machst sie ein bisschen nass und seifst dich normal ein. Das schäumt tatsächlich von allein. Auch beim Shampoo und der Spülung, verwendest du erstmal Wasser zum anfeuchten und reibst das Stück Seife in deinen Händen, solange, bis es anfängt zu schäumen. Auf dem Bild siehst du meine Körperseife (die Bunte und Weiße) und meine Spülung für die Haare (in lila).

Alle Seifen waren anfangs größer und ich verwende sie bereits den 3. Monat.

Für die Lagerung kann ich als Tip noch mit dazugeben, dass du sie am besten so aufbewahrst, dass das Seifenwasser abfließen kann und die Seife nicht aufweicht. Achte zudem darauf, dass du das Stück Seife sauber ablegst und sich keine Haare oder Dreck darauf absetzen, damit die Seife nicht verunreinigt wird.

Erhältlich sind feste Seifen und Shampoos in Unverpacktläden, Reformhäusern, manche Drogerien bieten mittlerweile welche an, manchmal auch auf Märkten und wie immer im Internet. Ab ca. 3€ bekommst du welche. Auch hier gilt es, probier dich aus! Du kannst Seifen und Shampoos aber auch selbst herstellen. Das möchte ich aber in einen der nächsten Beiträge zeigen.


Waschlappen statt Abschminkpads


Der gute alte Waschlappen hat bei mir wieder Saison. Aus Geiz habe ich es aber noch nie eingesehen, diese Einmal -Abschminkpads aus Watte zu kaufen. Dieser Waschlappen tut's genauso und ist nach einem Waschgang in der Waschmaschine auch wieder fresh. Man kann sich aber auch wiederverwendbare Abschminkpads im Unverpacktladen kaufen, oder natürlich auch aus alten Handtüchern selber nähen. Solch einen wiederverwendbaren Pad hab ich bei mir auch im Badezimmer rumfliegen, der hat mich aber nicht so überzeugt wie der klassische Lappen, da mir die Größe nicht ausreichte und meine Waschmaschine das Ding immer wieder gefressen hat. Also back to the roots und frag Mutti nach alten Waschlappen!


Rasierhobel statt Einwegrasierer


Ich liebe ihn! Ja wirklich. Ich habe mir den Kleinen letztes Jahr für ca. 35€ inklusive Rasierklingen im Unverpacktladen zugelegt. Anfangs vielleicht eine kleinere Investition, aber definitiv auf Dauer ein Ersparnis, da du nur ab und an ein paar neue Klingen kaufen musst, die nur ein paar Cent kosten.

Er eignet sich für die Bartrasur, aber natürlich auch für andere Körperteile. Anwenden tust du ihn Nass. Da der Rasierhobel aus Edelstahl und dadurch auch etwas schwerer ist, liegt er sehr gut in der Hand und der griffige Griff bietet zusätzlichen Halt. Er hat einen unbeweglichen Kopf, was einige eventuell verunsichern könnte. Was aber absolut kein Hindernis sein sollte, da man mit etwas Übung den Dreh sehr schnell raus hat. Die Klingen wechselst du durch den Schraubverschluss, wobei der Griff mit dem Kopf verbunden ist. Durch das Drehen löst du den Kopf in zwei Teile und so kannst du die Klingen easy austauschen. Zum Säubern spülst du nach dem Rasieren den Rasierer unter warmen fließenden Wasser ab und entfernst die Seifen und Haarreste. Abtrocknen und fertig. Zum Klingen wechseln alle paar Wochen, solltest du ihn auch mal ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schenken und alles abschrauben und mit Spülmittel und eventuell mit einer Bürste, einmal komplett einweichen. Der Kleine macht einen richtig guten Job und neulich wollte selbst mein Daddy einen haben, als er den Rasierhobel bei mir am Badewannenrand liegen sah. Bekam er natürlich auch.


Menstruationstasse statt Tampons und Binden


Okay, hier hab ich echt ein Weilchen gestrugglelt. Es fühlt sich anfangs tatsächlich ungewohnt an, aber nach ein paar Mal (bei mir waren es so 2 - 3 Zyklen) rum probieren und ein bisschen Geduld, sind wir dann doch richtig gute Freunde geworden. Eine Menstruationstasse nutzt du statt Binden, oder Tampons. Das heißt auch hier kaufst du einmalig eine Tasse und kannst sie bis zu 10 Jahre verwenden. Krass was man hier an Geld sparrt, wenn man bedenkt, dass man sonst monatlich mindestens 5€ dafür ausgibt und was da allein täglich an Plastik und Müll entsteht. Auf die Besteuerung geh ich jetzt mal absichtlich nicht drauf ein, die ist ein absoluter Fail in diesem System, aber das ist anderes Thema... Die Menstruationstasse gibt es in Drogerien, Unverpacktläden, oder natürlich Online bei verschiedenen Anbietern. Ab ca. 17€ bekommt man eine Tasse. Schau erstmal nach der passenden Größe, denn das ist wichtig, für einen optimalen Sitz und um Auslaufen zu verhindern. Meistens gibt es zwei verschiedene Größen.

Die Kleine Größe sollten Frauen passen, die um die 1,70 m groß sind, noch nicht vaginale entbindet haben, relativ fit/normal sportlich sind, Jungfrau sind und schwache bis normale Monatsblutungen haben.

Die Große Größe sollte Frauen passen, die größer als 1,70 m sind, weniger fit/sportlich sind, nach vaginalen Entbindungen, sexuell aktiv sind und normale bis starke Monatsblutungen haben.

Das alles sind aber nur grobe Faustregeln. Der weibliche Körper ist super flexibel und es kann genauso gut sein, dass du z.B. viel kleiner bis als 1,70 m und dich mit der größeren Tasse wohler und sicherer fühlst. Ich trage auch die kleinere Variante, obwohl ich mich nicht in allen Punkten der kleinen Größe wiederfinde. Wenn du dir sehr unsicher bist, nimm lieber erstmal die Kleine zum ausprobieren. In der Verpackung findest du zudem hilfreiche Tips zur richtigen Einführung, Handhabung und zur Säuberung.


Podusche statt Unmengen Klopapier


Das Ding ist immer wieder ein Thema, wenn ich Besuch habe. Teilweise sogar peinlich berührt kommt die Frage, was das blaue Behältnis neben der Toilette sein. Die super Podusche! Ganz klar, waschen mit Wasser spart Klopapier! Nicht nur das, die Podusche reinigt deinen Po nach dem Geschäft deutlich gründlicher, als das Toilettenpapier und es fühlt sich auch ganz genauso an. So fresh und clean, dass ich es nur weiter empfehlen kann. Auch hier ist es anfangs vielleicht ungewohnt, allerdings finde ich den Gedanken furchtbar, Dinge bevor ich sie nicht selbst probiert habe zu verurteilen in vielerlei Hinsicht. Und so funktioniert die Podusche: Die Flasche wird mit lauwarmen Wasser gefüllt, dann wird sie positioniert und der 'Tank' zusammengedrückt, dadurch wird ein kräftiger Strahl produziert. Jetzt wird der Po abgetrocknet. Fertig! Kaufen kannst du sie ab 20€ in Unverpacktläden und auch wieder online. Natürlich nutze ich trotzdem noch Toilettenpapier, allerdings hält eine Packung sehr viel länger als ohne.


Zahnbürsten aus abbaubaren Naturmaterialien und Zahnputzdrops, statt Plastikzahnbürsten und Zahnpasta aus der Tube


Zu Hause nutzt ich seit Jahren meine elektrische Zahnbürste. Ich hab sie nun mal, sie leistet gute Dienste und wenn sie es sich eines Tages anders überlegt und das Weite sucht, dann kaufe ich mir keine Neue. Wenn ich unterwegs bin, nehme ich meine Zahnbürste aus Bambus mit. Geputzt wird mit diesen kleinen weißen Drops, die auf dem Bild drum herum liegen. Auch diese gibt es mit und ohne Fluid in Drogerien, oder ihr ahnt es vielleicht... in Unverpacktläden. Die Anwendung ist ganz simple. Du nimmst einen Drops in den Mund zerkaust ihn und nimmst deine angefeuchtete Zahnbürste dazu. So löst sich der Drops auf und fängt an leicht zu schäumen. Nicht so heftig, wie bei der klassischen Zahnpasta, aber ausreichend genug um die Zähne schön sauber zu putzen und mit dem guten Gefühl wieder ein wenig Plastik vermieden zu haben, ohne etwas wahnsinnig großes dafür geleistet zu haben.

Warum gibt es gerade diesen Hype von Zahnbürsten aus Naturmaterialien? Der Grund ist ganz einfach und begründet auch bei allen anderen Themen, warum Naturmaterialien IMMER und in jeder Hinsicht aus ökologischer Sicht besser sind als Plastik: Naturmaterialien sind biologisch abbaubar, Plastik hingegen hängt bis zu 500 Jahre auf dieser Erde ab. Auf die Bambus Zahnbürste bezogen, gibt es auch noch weitere Vorteile: Bambus wirkt antibakteriell, wächst zudem sehr schnell nach und ist - wie gesagt - biologisch abbaubar und somit eine wahnsinnig tolle umweltfreundliche Alternative zu jeder anderen Zahnbürste aus Plastik. Kein Zahnarzt wird dir sagen, dass Plastikzahnbürsten besser für dich und deine Zähne sind, solange du regelmäßig am Putzen bist. Und wer jetzt damit um die Ecke kommt, von wegen Bambus wird hier nicht produziert, hat dadurch einen längeren Transportweg und ist deswegen auch nicht besser, irrt sich, denn die herkömmliche Plastikzahnbürste kommt auch nicht aus deinem Nachbardorf, sondern wird ebenfalls in Asien produziert. Ich entscheide mich dann natürlich lieber für die abbaubare Variante.


Die Marke HYDROPHIL hat aktuell eine limitierte Edition mit dem Hashtag #zeigzähne u.a. mit KEIN BOCK AUF NAZIS raus gebracht. Bei jeder verkauften Zahnbürste spenden Hydrophil 1€ an die Jugendkampagne 'Kein Bock auf Nazis'.

Nach dem Motto: Zusammen gegen Hass und rechte Hetze. Da bin ich dabei! Die Kampagne liegt mir schon lange am Herzen und mit dieser tollen Aktion gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen - das klingt jetzt nicht so vegan - ist wunderbar.

Die Zahnbürsten von Hydrophil sind wasserneutral, vegan und fair produziert. Zudem sind die Borsten aus erdölfreiem Rizinusöl und die Farbe aus ökologisch abbaubarer Naturfarbe.

Du kannst sie einzeln für 3,50€, oder im 4er Pack für 13,90€ kaufen. Die Zahnbürste könnt ihr direkt bei hydrop ja hil.com oder direkt im 'Kein Bock auf Nazis' Shop unter kban.hamburgrecords.com bestellen.

Ich kriege keine Provision oder ähnliches, mir liegt was an diesem Projekt und ich finde diese Aktion sehr unterstützenswert.


Natürliches Deo statt Sprühflaschen


Auch diese Produkt kann man ganz leicht austauschen. Sprühdeos, gibt es zwar auch in kleinen Glasflaschen, aber auch der Sprühkopf ist aus Plastik, sowie der kleine Schlauch, der das Deo aus der Flasche pumpt. Das Prinzip ist hier ähnlich wie bei den Seifen. Hier zahlst du nicht für das Wasser, sondern hast das Deo in Form von einem festen, leicht cremigen Stoff. Ich habe diese Variante in der Drogerie Budnikowsky gefunden. Die Marke 'Ben&Anna' war mir vorher unbekannt. Das Produkt enthält ausschließlich Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs und ist frei von Tierversuchen, Mikroplastik und ist dabei komplett vegan. Die Verpackung ist aus Pappe und somit hat es eine hohe Umweltverträglichkeit. 60g sind in dem Deo und man verwendet es super easy, indem man mit dem Daumen das feste Deostück nach oben drückt und somit unter die Achseln streicht. Fühlt sich super angenehm an und hält total was es verspricht. Das Deo sollte allerdings immer bei Zimmertemperatur gelagert werden, sonst ist es zu fest zum streichen.

8,99€ habe ich dafür bezahlt und ich habe bereits jetzt schon das Gefühl, dass die Haltbarkeit auch hier länger ist, als bei herkömmlichen Sprühdeos, was heißt, dass die 8,99€ nicht wirklich teurer sind.


 

Das ist der erste Grundstock in Punkto Nachhaltigkeit im Badezimmer. Es gibt natürlich noch Sachen die Fehlen, wie z.B. Putzmittel, Waschpulver, Badezusätze, etc.

Auch gibt es zu diesen Artikeln andere nachhaltige Alternativen. Ich habe dir hier erstmal diese aufgelistet, die sich bei mir bewährt haben und die ich mit bestem Gewissen empfehlen kann.

Ich teste mich weiterhin durch die Drogerie - und Hygieneartikel durch und gebe gerne weitere Updates.



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